Unsere nächsten Veranstaltungen:

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Prof. Dr. Jochen Golz: „Goethes Faust II –  ein Spiegel der Moderne


Der 1808 veröffentlichte Erste Teil des „Faust“, eine Charaktertragödie im eigentlichen Sinn, hatte Goethe europäischen Ruhm eingetragen. Als noch in seinem Todesjahr 1832 der Zweite Teil erschien – ein Panorama dreitausendjähriger Kulturgeschichte -, war das Unverständnis allgemein. In dieser Dichtung hat Goethe, selbst Zeitgenosse der frühen Moderne, ihre historische Bewegung und ihren Einfluss auf eine sinnvolle Lebensgestaltung im Spiegel der Kunst eingefangen. Nur graduell unterschieden ist die frühe von unserer, der späten Moderne; die damaligen Probleme menschlicher Existenz sind auch die unseren. Goethe legt davon Zeugnis ab.                                                                     Prof. Dr. Jochen Golz gehört zum Vorstand der Goethe-Gesellschaft in Weimar und war viele Jahre ihr Präsident.                                                                                                            

►► Mittwoch, 8. Januar 2020                                                       19.30 Uhr im Künstlerhof am Ludwigsplatz

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Martin Pfisterer spricht Auslöschungvon Thomas Bernhard


AUSLÖSCHUNG ist Thomas Bernhards opus magnum, die Summe seines literarischen Schaffens, sein Vermächtnis: Der in Rom lebende Privatgelehrte Franz-Josef Murau erhält ein Telegramm, in dem ihm der Unfalltod seiner Eltern und seines Bruders mitgeteilt wird. Eine Vergangenheit, eine Familiengeschichte, eine Heimat holt ihn ein, mit der er abgeschlossen zu haben glaubte. Murau macht sich daran, das Erbe seiner Kindheit aufzulösen, es abzustoßen. Doch je manischer er an seiner Auslöschung arbeitet, desto mehr holt ihn das Gewesene ein…
Der Roman ist eine Existenzbeschreibung von schlagender Wucht und bitterer Komik über die Erblasten des Lebens: Man entkommt ihnen nicht, seinen Wurzeln und Prägungen, den Fängen seiner eigenen Geschichte…

Martin Pfisterer ist Schauspieler, Sprecher und Sprechtrainer in München.

 ►► Mittwoch, 12. Februar 2020                                                  19.30 Uhr im Künstlerhof am Ludwigsplatz

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Prof. Dr. Dietmar Hundt:  Goethe und Christiane im  Spiegel ihres Briefwechsels  

                                            1792 - 1816“          


Goethe lernt Christiane Vulpius 1788 kennen, 1806 wird sie seine Frau : Christiane von Goethe.Ca. 600 Briefe sind von 1792 an bis zu Christanes Tod 1816 erhalten, viele verschollen. Die erhaltenen belegen Goethes wie Christianes zunächst sehr leidenschaftliche, danach, v.a. bei Goethe, zunehmend weniger emotionsgeprägte Liebe; beider Probleme mit der Weimarer Gesellschaft - v.a. mit dem Hofadel - ; Goethes mehrdeutige Haltung in den Alltagsanforderungen des Gatten und Vaters, des Hof-Manns und Mannes von Welt; des Geistesmenschen und Dichters. Nicht zuletzt erkennen wir aber auch die wachsende Reife Christianes, ihr zunehmendes Verständnis für das geistige, gesellschaftliche, persönlich-menschliche Freiheitsbedürfnis Goethes. Wir erleben eine echte Partnerschaft auf  hohem Niveau, umfassender als man dies Christiane üblicherweise zutraut.

►►Mittwoch, 11. März 2020                                                        19.30 Uhr im Künstlerhof am Ludwigsplatz

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Hanskarl Kölsch:Genie und Welt - Welt und  Genie"                                                     

                              Ehefrauen – Schwestern – Geliebte – Musen – Schülerinnen …                                                                                                       

Was bedeutet es für sie, in der Nähe eines Genies zu leben und zu wirken? Was bedeutet es für die Entwicklung des Genies?  Es geht um Frau von Stein, Christiane Vulpius, Bettina von Arnim, Clara Schumann, Katia Mann, Marie Curie, Helene Weigel, Annemarie Czech-Böll, um Heines Mathilde, Rilkes Clara Westhoff und andere.

 „Ohne meine Frau wäre ich verloren“ sagte Heinrich Böll.

►► Samstag, 28. März 2020                                           10.30 – 16.30 Uhr im Kloster Frauenchiemsee 

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Dr. Michael Jaeger:  Reisen als Therapie – Goethes italienische Wiedergeburt


200 Jahre nach dem Erscheinen der ersten beiden Bücher der Italienischen Reise erkennen wir darin Goethes konversions-artigen Bruch mit seiner bisherigen Existenz und eine waghalsige Flucht in ein neues Leben – auf der Suche nach dem authen-tischen Dasein und nach dem Glück. Dieses modern anmutende Bild der Identitätssuche einer höchst gefährdeten Persönlich-keit zeigt sich vor allem dann in deutlichen Konturen, wenn wir von den für die Italienische Reise redigierten Erinnerungen Goethes an die Kunstschätze des Südens zurückblicken auf jene Spuren, die seine dramatische „Wiedergeburt“ in den Origi-naldokumenten der beiden italienischen Jahre hinterlassen hat. Der Vortrag wird daher insbesondere die Charlotte v. Stein zugedachten Reisetagebücher Goethes sowie die seit September 1786 an sie geschriebenen Briefe in den Blick nehmen.                                                     

Der Autor und Literaturwissenschaftler Dr. Michael Jäger ist Privatdozent an der FU Berlin. Gastprofessuren in China und in den USA. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Goethe und zur Goethe-Rezeption, sowie zur Ideengeschichte der Moderne.

►► Mittwoch, 13. Mai 2020                                                         19.30 Uhr im Künstlerhof am Ludwigsplatz

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Prof. Dr. Rudolf Drux: Jupiters mächtig krachender Blitz“                                         

                                       Über die Darstellung und Bekämpfung eines

                                       Naturphänomens bei Goethe u. seinen Zeitgenossen.  


Im klassischen Mythos u. im Alten Testament wird der Blitz als Herrschaftszeichen und Machtinstrument dem höchsten Gott zugeordnet – eine Vorstellung, die Goethe und Klopstock in ihren Gewitterdarstellungen aufgreifen. Während sie – wie auch einige Komponisten und Maler ­– das Naturphänomen in seiner ‚Erhabenheit‘ beschwören, ist zur selben Zeit der Physik-Professor Lichtenberg vor allem auf die Schaden abwendende „Erdung“ des Blitzes bedacht. Der Vortrag erläutert dessen vielschichtige Bedeutung an ausgewählten Texten dieser und anderer Autoren, wobei mit der Entstehung und Abwehr des „Gewitterschlags“ auch zentrale Aspekte der Aufklärung dargestellt werden.            

Dr. Rudolf Drux war Professor für Germanistik an der Universität Köln und Vorstandsmitglied der Goethe-Gesellschaft Köln.               

►► Mittwoch, 10. Juni 2020                                                          19.30 Uhr im Künstlerhof am Ludwigsplatz